Internationale Social Journalism-Studie: Englischsprachige Journalisten sind in sozialen Medien aktiver

"Effektive Media Relations passen sich an verschiedene Journalistentypen an" - Medienwissenschaftlerin Kristine Pole im Interview

Soziale Medien haben die Art und Weise verändert, wie Medien ihre Zielgruppen erreichen, PR-Fachleute Kunden ansprechen und wie Journalisten Storys recherchieren und produzieren. Die Social Journalism-Studie untersucht, wie Journalisten soziale Medien beruflich nutzen und bewerten und wie sie mit PR-Profis kommunizieren.

Den deutschen Report der diesjährigen Social Journalism-Studie können Sie hier herunterladen. Den internationalen Report finden Sie hier:

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Als wir unsere Studie vor vier Jahren zum ersten Mal durchführten, begannen Journalisten noch eher zögerlich mit der Nutzung sozialer Medien für ihre Arbeit. Nun zeigt sich deutlich, dass soziale Medien für Journalisten ein integraler Bestandteil der Recherche und Promotion von Inhalten geworden sind. Allerdings bestehen wachsende Bedenken zu Privatsphäre und Sicherheit im sozialen Netz. Diese Bedenken sowie einige fundamentale Veränderungen in der Medienlandschaft sind ein Grund dafür, warum mehr als die Hälfte aller Journalisten glaubt, dass soziale Medien den Wert ihres Berufs und ihrer Arbeit untergraben.

Anhand der Antworten von mehr als 3.000 Journalisten aus 11 Ländern – darunter Deutschland, Großbritannien, die USA, Finnland, Schweden und Australien – ermittelten wir in der internationalen Social Joutnalism-Studie 2014/15 zehn Haupterkenntnisse und Trends zur Social Media-Nutzung von Medienprofis. Die Studie wird von Cision in Zusammenarbeit mit der Canterbury Christ Church University durchgeführt. Auch international finden sich die fünf Nutzergruppen wieder, in die unsere Analysen verschiedene Journalistentypen nach ihrer Nutzung von und Einstellung zu sozialen Medien gruppierte.

Heute präsentieren wir einen kurzen Einblick in einige der Ergebnisse der internationalen Umfrage:

1. Weniger Journalisten sind skeptisch gegenüber sozialen Medien

Seit 2012 ist die Anzahl skeptischer oder unerfahrener Nutzer sozialer Medien unter den Journalisten von 31% auf 24% gesunken. Angesichts der Tatsache, dass mehr Journalisten soziale Medien als festen Bestandteil ihrer täglichen Arbeit sehen und sich daher mehr mit Social Media-Tools beschäftigen, um diese strategisch einsetzen zu können, überrascht diese Entwicklung kaum.

2. 51% aller befragten Journalisten können ohne soziale Medien nicht arbeiten

67% der befragten Journalisten nutzen ihre Social Media-Konten täglich. Da ist es verständlich, wenn mehr als die Hälfte behauptet, dass sie ohne soziale Medien ihre Arbeit nicht mehr ausführen könnten. Ferner hat sich die Zeit, die Journalisten in sozialen Medien verbringen, erhöht, ebenso wie ihre Produktivität insgesamt.

3.  Englischsprachige Journalisten sind in sozialen Medien aktiver als andere

Soziale Medien kommen in englischsprachigen Ländern schneller an. Entsprechend interagieren Journalisten in diesen Ländern auch stärker mit ihren Zielgruppen. Während mehr als die Hälfter aller Journalisten in Großbritannien, den USA und Australien täglich eigene Inhalte posten, tut es in nicht englischsprachigen Ländern nur etwa ein Drittel. Allerdings führt das häufige Posten nicht immer zu einer größeren Followerzahl. Nur 13% US-amerikanischer Journalisten und 10% der Journalisten in Australien und Großbritannien haben mehr als 10.000 Follower.

4. Die Art der Kontaktaufnahme zwischen PRlern und Journalisten hat sich kaum verändert

Zwar ist die Mehrheit der Journalisten der Meinung, dass soziale Medien für ihre Arbeit sehr wichtig sind, jedoch antwortet weniger als ein Viertel (23%) auf Kontaktaufnahmen über soziale Medien. Die Dominanz telefonischer Kontaktaufnahmen geht weiter zurück, während E-Mails weiterhin das beliebteste Medium für den PR-Pitch gegenüber Journalisten ist.

5. Journalisten haben Bedenken zu Sicherheit und Privatsphäre in sozialen Medien

Auch wenn Journalisten im Umgang mit sozialen Medien weniger skeptisch sind, sehen sie durchaus Risiken in Bezug auf ihre Privatsphäre und die Sicherheit ihrer Social Media-Konten. Etwa die Hälfte aller befragten Journalisten hat ernsthafte Bedenken zu diesen Themen. In Finnland ist die Sorge geringer, dort haben nur 35% der Journalisten Bedenken. Deutsche Journalisten dagegen machen sich mit 63% am meisten Sorgen.

Detaillierte Informationen und Daten zu jedem dieser Punkte sowie weitere Erkenntnisse und Trends finden Sie im internationalen Report der Social Journalism-Studie 2014/15:

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