“Klassische Medien müssen sich den neuen Medien öffnen” – Interview mit Fitness Bloggerin Nadin Eule-Mau

Wir setzen unsere Reihe an Interviews mit Deutschlands führenden Fitness-Bloggern fort. Nach Gesprächen mit den Köpfen hinter Claudi gives it a TRI und Laufblog: Lauf Hannes!, sprechen wir heute mit Frau Nadin Eule-Mau vom Blog Eiswürfel im Schuh – dem Top Blog in Cisions Top Fitness Blog Ranking vom Mai 2013.

Wir haben uns mit Frau Eule darüber unterhalten warum Fitness-Neulinge keine überhöhten Ansprüche an sich stellen sollten, warum Unternehmen in ihrem Social Media Engagement auch mal “über den Tellerrand” schauen sollten und warum sich klassische Medien sich den neuen Medien gegenüber mehr öffnen sollten.

Wie hat Ihre Blog-Karriere angefangen und wie haben Sie Ihre Reichweite aufgebaut?

Ich schreibe bereits seit Jahren sehr gern und neben meinem Beruf habe ich einen Ausgleich gesucht, bei dem ich meine eigenen Ideen in den Mittelpunkt stellen konnte. Da ich bereits mein Leben lang auf unterschiedlichste Weise Sport treibe, lag es nahe, dass ich das Schreiben und meine Liebe zum Sport kombiniere. Als ich einen passenden Namen für mein Projekt gefunden hatte, ging es auch relativ schnell mit der Umsetzung. Zu Beginn natürlich mit kleinen einfachen Schritten, aber dafür mit unglaublich viel Begeisterung. Ich glaube, dass ich so in Kombination mit dem Austausch mit anderen Bloggern und Sportlern eine schöne Reichweite erzielen konnte. Nach und nach habe ich zusätzlich auch soziale Medien eingesetzt, was es wirklich vereinfacht, neben seiner eigentlich Seite mit anderen Sportlern und Bloggern in Kontakt zu bleiben.

 Was macht Ihren Blog so besonders?

Es ist vielleicht die Mischung aus unterhaltsamen Trainingsalltag, Statistiken, Wettkämpfe, Rezeptideen, Teeinspirationen, gesunder Ernährung und einer Vielzahl von Sportarten, die ich liebe. Ich sitze gern stundenlang auf dem Rennrad, liebe mittlerweile das Freiwasserschwimmen und laufe so oft wie möglich. Aber nebenbei lebe ich die Passion Yoga und surfe im Urlaub wann immer es geht. Ich versuche als Berufstätige meinen Sport und meine Seite so ernst wie möglich zu nehmen, dennoch möchte ich auch Anfängern eine Stütze sein. Auch ich bin in vielerlei Hinsicht ein absolutes Greenhorn, dennoch gebe ich nicht auf, lerne täglich dazu und möchte natürlich mein Wissen weitergeben. Vielleicht kann ich so den ein oder anderen motivieren, helfen oder unterstützen.

Eiswuerfel im Schuh_Nadin Eule

Welche Tipps haben Sie für andere Sportler, die bei einem (Halb-)Marathon oder einem Triathlon teilnehmen möchten?

Höre auf deinen Körper und dein Bauchgefühl! Leider kenne ich zu viele Geschichten darüber, dass sich jemand in den Kopf gesetzt hat, einen Marathon aus dem Nichts heraus zu laufen. Eine vernünftige Trainingsplanung gehört in meinen Augen dazu, auch wenn man nur Ankommen möchte. Dieses Ziel sollte für absolute Neulinge einer Sportart auch das maximale Ziel sein. Überhöhte Ansprüche an sich selbst, führen leider nur all zu häufig zum Scheitern, selbst wenn man die Ziellinie überquert hat. Es muss nicht gleich ein gekaufter Trainingsplan sein, ich muss nicht Unsummen ausgeben, um einen Wettkampf zu bestreiten und vorher ein anständiges Training zu absolvieren. Ich werde häufig gefragt, was man für Materialien für diverse Sportarten braucht und letztlich gibt es nur einige Basissachen: wie funktionale Laufbekleidung und ein richtig gutes Paar Laufschuhe, in denen man sich wohlfühlt und die zum eigenen Laufstil und Training passen. Wer einen Triathlon bestreitet, sollte vielleicht noch eine Schwimmbrille besitzen. Das ganz große Zubehör wie den Neoprenanzug oder sogar das Rennrad kann man sich ausleihen und das Training mit seinem normalen Fahrrad absolvieren. Trainingspläne stellen mittlerweile zahlreiche Internetseiten kostenfrei zur Verfügung.

Viel wichtiger als das Material ist für mich eine realistische Zielsetzung, die hilft ein angemessenes Training zu absolvieren. Dabei gilt es natürlich auch, sein Leben und seine Umwelt mit zu berücksichtigen. Ich empfehle immer wieder gern, dass man sich ein Umfeld sucht oder schafft, dass einen bei der Verwirklichung seiner Träume hilft.

Für welches nächste große Event trainieren Sie?

Diese Saison hat für mich sehr früh begonnen und deshalb gibt es bis jetzt nur noch zwei größere Wettkämpfe, die ich definitiv eingeplant habe. Mein Saisonhöhepunkt liegt mit dem Berlin Ironman 70.3 bereits hinter mir. Am kommenden Wochenende werde ich in Havelberg eine verkürzte Mitteldistanz absolvieren und im August soll die letzte Mitteldistanz folgen. Die Leidenschaft für den Triathlon konnte ich in diesem Jahr wunderbar ausleben und lässt mich momentan nicht los. Sobald die Saison dafür vorbei ist, wird sich zeigen, wo es in diesem Jahr noch hingehen wird. Natürlich stehen zudem kleinere Laufwettkämpfe auf dem Plan und ich habe da noch eine 10km Zeit im Auge, die ich unbedingt knacken möchte. Außerdem schlägt mein Herz eigentlich für einen Marathon, weil ich einfach auch wieder viel mehr laufen möchte. Passend wäre es ja, denn meist treibt es mich im Herbst bei Schmuddelwettter eher in die Laufschuhe als auf das Rennrad.

Was sind Ihre persönlicher Power-Songs?

Nicht allzu selten laufe ich mit Musik und es gibt eine Vielzahl von Bands, die es in meine Lauf-Playlist schaffen. Aber es gibt nur dieses eine Lied von David Bowie, das ich witziger Weise auch immer wieder bei meinen Wettkämpfen oder morgens im Radio vor selbigen höre. ’Heroes’ trägt mich über schwere Strecken und zeigt mir wo das Ziel ist!

 Welche anderen Blogs lesen Sie?

Glücklicherweise habe ich einen Reader, der all die großartigen Blogs zusammenfasst, die auf meiner Liste im Blogroll auf meiner Seite zu finden sind. Zusätzlich zu den Fitness-, Sport- und Laufseiten, erfreue ich mich sehr an internationalen Lifestyle-, Food- und Kosmetikseiten, vor allem dann, wenn sie auch ein nachhaltiges und ökologisches Konzept verfolgen, wie das neue Blog Beautycalypse.

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Was meinen Sie welche Rolle die sozialen Medien für die Sport/Fitness-Industrie spielen?

Mittlerweile spielen die sozialen Medien eine absolut große Rolle für die Sportindustrie und ich glaube eine Vielzahl der Unternehmen ist sich dessen absolut bewusst. Leider mangelt es vielen nur an einer guten Umsetzung. Oftmals glauben Hersteller, dass die Möglichkeiten eines sozialen Mediums mit der Platzierung eigener Werbung, die nur nett verpackt und bebildert sein muss, vollends ausgeschöpft ist.

Nutzer, die einem Unternehmen auf einem Medium folgen, freuen sich natürlich über Angebote und Gewinnspiele. So bindet man seine Kunden auch nachhaltig an seine Seite und das Unternehmen. Allerdings kann man seine Marke, seine Produkte und/oder sein Unternehmen und deren Reichweite immens unterstützen, wenn man auch über den Tellerrand hinaus schaut.

Was halten Sie im Vergleich von den klassischen Medien?

Klassische Medien haben und werden auch in Zukunft absolut ihre Berechtigung haben. Allerdings müssen auch sie sich den neuen Medien öffnen und gute, solide Möglichkeiten schaffen, dass man fernab von gedrucktem Papier an ihnen interessiert ist.

Welche PR-Taktiken missfallen Ihnen?

Ich finde es nur all zu schade, dass scheinbare Massenemails verschickt werden, die für viele Blogger einfach irrelevant sind. Nicht selten lande ich auf Massenverteilern und erhalte plötzlich Pressemitteilungen zu einem Themengebiet, das ich noch nie zuvor berücksichtigt habe. Gern wird mir auch versichert, wie groß das Interesse an meiner Seite wäre und wie ausführlich man sich damit beschäftigt hätte. Nicht selten möchte man mir dann einen Jahresvorrat an Kartoffelchips schicken oder den neusten Kaffee mit einer ganz besonderen Röstung. Nur leider bin ich Teetrinker und verfolge eine sehr gesundheitsorientierte Ernährung, was man mit zwei drei Klicks auch hätte herausfinden können. Das unaufgeforderte Zusenden von Produkten mit einer Bitte zur Berichterstattung passt für mich aber ebenso nicht zu guter PR-Arbeit wie der massenhafte Versand von Bild- und Informationsmaterial.

Zudem passiert es leider immer noch, dass sich neue Kontakte nicht vorstellen und es mir nur anhand der Signatur möglich ist, herauszufinden wer mir geschrieben hat.

Wie würden Sie persönlich gerne mit PR-Leuten zusammen arbeiten?

Ich wünsche mir Kontakte, die sich zumindest kurz damit befasst haben, worum es auf meiner Seite geht. Sollte man dennoch mit einem Thema an mich herantreten, das zunächst irrelevant scheint, sollte man gute Argumente parat haben, warum es dennoch für mich von Interesse sein kann.

Wenn man mir Informationen oder Anfragen zukommen lässt, sollte auch entsprechender PR-Manager genau wissen, worum es in seiner Email und den Informationen geht. Wenn ich Fragen habe, hoffe ich auf eine fachliche Antwort. Nicht selten, leider häufig bei Agenturen, kennen Kontaktpersonen die Produkte nur unzureichend. Es freut mich immer, wenn man mir die Wahl des Themas offen lässt, wenn ich meine Ideen in die Umsetzung einbringen kann und wenn ich ausreichend Zeit dafür habe. Denn in einem Sportler-, Blogger- und Berufsleben kann es hin und wieder turbulent zugehen.

Vielen lieben Dank für die Möglichkeit meine Seite bei Ihnen vorstellen zu können!

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Wir bedanken uns herzlich bei Frau Eule-Mau für das Gespräch und wünschen weiterhin viel Erfolg mit Eiswürfel im Schuh.

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