Mediendatenbank als PR-Tool

Mediendatenbank als PR-Tool

Gutes Influencer-Marketing beginnt mit validen, qualitativen Kontaktdaten. In diesem Beitrag möchten wir darauf eingehen, wie die Recherche und die Nutzung unserer Mediendatenbank funktionieren und welche Voraussetzungen dahinter stecken. Als ein in Deutschland tätiges Unternehmen sind wir dazu verpflichtet, bei der Erhebung personenbezogener Daten uns an die Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) zu halten.

Wir haben in Abstimmung mit einem externen Datenschutzbeauftragten und den zuständigen Datenschutz- und Aufsichtsbehörden zwei Prozesse festgelegt, über die personenbezogene Daten von Journalisten, Bloggern und Influencern in unsere Mediendatenbank gelangen.

1. Wir geben Journalisten, Bloggern und Influencern die Möglichkeit, über unsere Website Kontakt mit uns aufzunehmen, wenn sie Interesse daran haben, in unsere Datenbank aufgenommen zu werden, um im Folgenden medienrelevante Informationen von Unternehmen und PR-Treibenden zu erhalten.

2. Unser Media Research-Team recherchiert auf öffentlich zugänglichen Online-Präsenzen Journalisten, Blogger und Influencer, die noch nicht in unserer Mediendatenbank sind. Im Folgenden schreiben wir diese Influencer an und informieren sie darüber, dass wir sie gerne in unsere Mediendatenbank aufnehmen würden. Sollte im Zeitraum von sechs Wochen kein Widerspruch erfolgen, gehen wir vom Einverständnis der angeschriebenen Person aus und tragen sie mit den von uns recherchierten Informationen in unsere Mediendatenbank ein.

Die Prozesse wurden in Abstimmung mit unserem externen Datenschutzbeauftragten den Behörden vorgelegt. Cision Germany GmbH ist zertifiziert und handelt gemäß den Vorgaben des BDSG.

Journalisten, Blogger und Influencer entscheiden selber, ob und mit welchen Daten sie in unserer Mediendatenbank vertreten sind. Beispielsweise können an Stelle persönlicher E-Mail Adressen auch allgemeine Ressort- oder info@-Adressen eingetragen werden. Auf Wunsch werden Profile selbstverständlich auch vollkommen gelöscht. Unser Media Research-Team bearbeitet solche Änderungs- oder Austragungswünsche so schnell wie möglich, in der Regel innerhalb von 24 Stunden. Das ist der Anspruch, den wir an uns selbst stellen und entspricht unserem Selbstverständnis im respektvollen Umgang mit Journalisten, Bloggern und Influencern. Wir sind auf keinen Fall daran interessiert, unsere guten Beziehungen zu Journalisten, Bloggern und Influencern dadurch aufs Spiel zu setzen, dass wir Änderungs- oder Austragungswünsche künstlich verzögern oder nicht darauf eingehen.

Welchen Zweck hat die Cision Mediendatenbank?

Mit unserer Mediendatenbank unterstützen wir PR-Schaffende dabei, ihre Arbeit effektiver zu gestalten. Zum anderen möchten wir dazu beitragen, dass Journalisten, Blogger und Influencer relevante Informationen erhalten. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass die Cision Mediendatenbank ausschließlich aus berechtigtem, beruflichen Interesse, also zu PR-Zwecken, verantwortlich genutzt wird und unsere Influencer medienrelevante Informationen erhalten. Die Versendung von (inhaltlich oder thematisch) nicht relevanten E-Mails, von Werbung – kurz Spam – sowie Massen-Mailings ist in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen deshalb ausdrücklich verboten (§5 Abs. 2). Das basiert auf der Annahme, dass Journalisten, Blogger und Influencer, die über bestimmte Themen berichten, auch ein berufliches Interesse daran besitzen, Informationen von PR-Schaffenden aus Unternehmen, Agenturen & Co. zu genau diesen Themen zu erhalten.

Die Tatsache, dass wir 1,6 Millionen Einträge zu Journalisten, Bloggern und Medien in unserer Mediendatenbank besitzen, soll auch nicht dazu verleiten, dass jeder PR-Versand an eine möglichst hohe Zahl an Kontakten verschickt werden soll. Unsere Mediendatenbank soll vor allem ein Recherche-Werkzeug zur Suche von Influencern sein. Deshalb raten wir dazu, dass Nutzer unserer Datenbank von der Erstellung großer Verteiler absehen und stattdessen kleine, gut strukturierte Verteiler aufbauen. Auch die beste Mediendatenbank ersetzt nicht die Notwendigkeit, den persönlichen Kontakt mit Journalisten, Bloggern und Influencern zu suchen und sich mit ihnen darüber auszutauschen, inwieweit sie ein Interesse an der Zusendung von Informationen besitzen und welche Informationen sie wünschen. Schließlich sind klassische PR und Influencer-Marketing – unabhängig von der Zielgruppe – immer Beziehungsmanagement.

Der massenhafte Versand nicht relevanter Informationen oder gar von Werbung an Journalisten, Blogger und Influencer schadet auch uns als Anbieter einer PR-Software.

Wir sind im ständigen Dialog mit unserem externen Datenschutzbeauftragten. Sollte sich die gesetzliche Situation ändern, werden wir unsere Prozesse selbstverständlich anpassen.

Weitere Informationen:

Allgemeine Geschäftsbedingungen
Datenschutzerklärung
Datenschutz-Zertifikat

Dies ist ein Beitrag von Clemens Hammacher, Sales & Marketing Director Cision Germany GmbH, und Boris Mayer, Senior Marketing Manager Cision Germany GmbH.



  • Thomas Knuewer

    Das. Ist. Un. Fass. Bar. Wer nicht widerspricht wird aufgenommen? Mit Seriosität hat das nichts zu tun. Unternehmen wie dem ihrem muss Einhalt geboten werden.

    Wer das tun möchte, der findet hier die Anleitung: http://www.gutjahr.biz/#!2016/06/influencer-marketing/

    • http://www.oseon.com Tapio Liller

      Thomas, wie ich schon bei dir kommentierte, etwas weniger Empörungsgeheische täte der Sache gut. Ich finde, man muss Cision zu Gute halten, dass sie sich der Diskussion stellen und hier ihre Prozesse transparent machen. Lasst uns doch lieber nach einer besseren Lösung suchen.

      Auch wenn Cisions Prozesse wie hier erläutert aus Sicht von Datenschutzbeauftragten rechtlich sauber sind (was man als Information ja zur Kenntnis nehmen kann), ist damit natürlich noch nicht gesagt, dass das Vorgehen (Widerspruch oder du bist drin) für alle drei Seiten (Influencer, Agenturen, Cision) das Beste ist.

      Da bin ich durchaus bei der Mehrheit derer, die sich aufregen, weil sie ein sauberes, dokumentiertes Double-Opt-In für die beste Lösung halten. Zumal es die Nutzer solcher Datenbanken erheblich in der Haftungsfrage entlasten würde.

      Also, wie wär’s – durchatmen und diskutieren, statt skandalisieren und boykottieren?

      • Thomas Knuewer

        Die Sache ist simpel: Ungefragte Aufnahme in eine Datenbank ist rechtlich fragwürdig und moralisch inakzeptabel. Punkt. Ich nehme aber gern dich und Herrn Mayer in ein paar Newsletter auf, es gibt da schöne Seiten, bei denen man Adressen in eine dreistellige Zahl von Newslettern einfügen kann – ihr könnt sie dann ja wieder abbestellen.

        Da muss ich auch nicht durchatmen. Nach dem, was Herr Mayer dort schrieb, werden wir unsere Kunden aktiv auf das Thema ansprechen und ihnen explizit davon abraten die Dienste solcher Unternehmen zu nutzen.

        Was die Lösung betrifft: Selbst recherchieren. Machen wir bei kpunktnull. Ist teurer, anstregender und ineffizienter. Aber wir sind ein Qualitätsanbieter – was uns von den Kunden von Cision unterscheidet.

        • http://www.oseon.com Tapio Liller

          Ich fürchte, du machst es dir echt zu einfach und der Zynismus ist imho Fehl am Platz (Ich war auch schon ungefragt in einer solchen Datenbank und ließ mich austragen). Wir sind weder im Punkt ungefragte Aufnahme, noch bei der Notwendigkeit eigener Recherchen und zielgenauer Qualifizierung, sowie Aufbau von Beziehungen unterschiedlicher Meinung.

          Ich finde, es gibt jedoch keinen Widerspruch zwischen dem Qualitätsanspruch eines Dienstleisters und der gleichzeitigen Nutzung einer Mediendatenbank. Schließlich kann sie Ausgangspunkt für die von dir geforderte Recherche sein. Sie sollte nur nicht der Endpunkt sein. Dienstleister/Agenturen, die da stehenbleiben sind die Verursacher des Spam-Problems, nicht (nur) die Datenbankanbieter.

          Kurz: das Problem sitzt zwischen Bildschirm und Stuhl.

          • Thomas Knuewer

            Da mache ich es mir in der Tat ganz einfach: Wieso sollte ich Daten trauen, die so erhoben wurden? Wenn ich Wert auf Qualität lege, muss ich die doch ohnehin alle nochmal nachrecherchieren. Ich gebe also viel Geld für eine Liste aus, die ich als Grundlage für die Recherche nehmen kann. Gleichzeitig ist ja das Tolle an diesem Internet: Man kann solche Influencer auch selbst finden. Wir nennen eines der dafür nötigen Tools “Google”.

            Insofern kann jeder gern ein paar Tausend Euro für solche eine Inspirationshilfe ausgeben, ich persönlich setze das Geld meiner Kunden aber lieber sinnvoll ein.

          • Rainer Maassen

            Kein Wort bei Cision, dass alle Daten in den USA liegen. Das ist angeblich rechtskonform, weil EU Standardvertragsklauseln eingehalten werden.Fakt ist aber, dass sie dort dem US Recht unterliegen. Im Zweifelsfall sind die Daten weiter zu geben.

        • MC

          Selbst recherchieren ist sicher die beste Variante – aber ist das rechtlich nicht ein ähnliches Problem? Wenn ich als PR-Agentur Email-Adressen recherchiere und in Verteiler einpflege – und NICHT jeden einzelnen Journalisten vorher frage, ob ich das darf…

          • Thomas Knuewer

            Vollkommen richtig – man kommt auch nicht darum herum, jeden einzeln anzusprechen. Eigentlich aber sollte genau das gutes PR-/Marketing-Handwerk ausmachen.

      • Thomas Knuewer

        Ach ja: Fun Fact. Nich Cision hat das transparent gemacht, Richard Gutjahr hat es getan – Cision gibt es jetzt nur zu.

  • Der_Schwede

    Jetzt mal unter uns Pastorentöchtern, dass eure unter Nr. 2 beschrieben Praxis niemals mit §§ 4 Abs. 1, Abs. 2 a), b), 4a Abs.1 BDSG konform geht, dass wisst ihr ihr doch selbst, nicht wahr?
    Der Gewinn ist höher als das allerhöchstens Drohende Bußgeld, kann das sein? Na hoffentlich habt ihr den PR-Fallout mit einkalkuliert.