News-Websites verlieren bis zu 80 % ihrer Klicks durch Google AI Overviews. ChatGPT beantwortet Fragen, ohne dass jemand Ihre Website besucht. Und während Sie noch überlegen, ob das wirklich so schlimm ist, hat sich die Art, wie Menschen nach Informationen suchen, bereits fundamental verändert.

 

Am 22. April haben wir 60 Kommunikationsprofis ins Museum für Kommunikation Frankfurt eingeladen, um genau diese Frage zu stellen: Was bedeutet der Wandel von klassischer Suche zu KI-gestützten Antworten für Marketing und PR?

Die Antwort: Mehr als Sie denken. Aber es gibt Wege, das für sich zu nutzen.

 

Was beschäftigt Profis beim Thema "GenAI & Search"?

Bevor wir in die Vorträge eingestiegen sind, haben wir die Teilnehmenden gefragt: An welche Keywords denken Sie beim Thema "GenAI Suche & Monitoring"?

Was beschäftigt Kommunikationsprofis beim Thema GenAI & Search? Die Live-Umfrage vom Event zeigt: Sichtbarkeit, Reputation – aber auch Halluzinationen und Fake News.

Die Antworten zeigen: Sichtbarkeit, Reputation und GEO dominieren – aber auch Halluzinationen, Fake News und Confirmation Bias sind Top of Mind. Die Chancen UND Risiken von Search Intelligence sind bewusst. Die Frage ist: Wie gehen wir damit um?

Hier sind die drei wichtigsten Erkenntnisse vom Event:

 

1. Von SEO zu GEO: Warum PR plötzlich wieder der Gamechanger ist

Manuela Schreckenbach erklärt, warum LLMs vertrauenswürdige Quellen bevorzugen – und was das für PR bedeutet.

Manuela Schreckenbach und Christian Feucht haben eine zentrale These aufgestellt: SEO ist nicht tot – aber es reicht nicht mehr. Google zeigt in 16–21 % aller Suchergebnisse inzwischen eine AI Overview. Niemand klickt mehr auf Ihre Website. News-Sites verlieren bis zu 80 % ihrer Klicks.

Die gute Nachricht: LLMs suchen nach vertrauenswürdigen, redaktionellen Quellen – nicht nach SEO-Tricks. Sie bevorzugen Fachmedien, strukturierte Inhalte und konsistente Narrative über mehrere Quellen hinweg. Das bedeutet: Earned Media schlägt SEO-Landing-Pages. Wer glaubwürdige Geschichten in den richtigen Medien platziert, taucht in LLM-Antworten auf. 

GEO (Generative Engine Optimization) ist das neue Buzzword. Aber eigentlich ist es das, was gute PR schon immer gemacht hat: Geschichten erzählen, die Menschen und Maschinen verstehen.

 

2. Krisen kündigen sich in Suchanfragen an – wenn Sie wissen, wo Sie suchen müssen

Leon Rausch zeigt die 5 Frühwarnsignale, die Sie kennen sollten, bevor eine Krise eskaliert.

Leon Rausch hat eine unbequeme Wahrheit auf den Tisch gelegt: 79% der PR-Teams haben keinen getesteten Krisenplan. Gleichzeitig dauert es nur 24 Stunden, bis eine Krise irreversible Schäden anrichtet. 

 

Die Lösung? Früherkennung! 

 

5 Signale, die Sie kennen sollten:

1. Sentiment-Shift vor dem Volume Spike

20 % mehr negative Stimmung an einem ruhigen Tag sind relevanter als 500 Mentions bei einem Trend-Hashtag.

2. Back-Channel-Communities (Dark Social)

Krisen brodeln in Reddit, Discord und Telegram – oft Tage oder Wochen, bevor sie öffentlich werden. Wenn eine Diskussion auf LinkedIn sichtbar wird, hat sie in geschlossenen Communities bereits Momentum aufgebaut.

3. Narrative Clustering

Einzelne Mentions sind Rauschen. Aber wenn eine Journalistenanfrage, ein Reddit-Thread und ein Glassdoor-Post dasselbe Framing aufgreifen – dann ist das ein echtes Warnsignal.

4. Misinformation Velocity

Deepfake-Content ist von 500.000 (2023) auf 8 Mio. (2025) gestiegen. Menschen erkennen hochwertige Fakes nur in 24,5% der Fälle.

5. Cross-Platform Spike Patterns

5+ negative Posts/Stunde = Eskalationsanalyse. 10+ = potenzielle Vollkrise. Der Ursprung zählt: Reddit ≠ Newswire.

 

Praxis-Beispiel: NATO

Bei der NATO analysieren wir täglich über 200.000 Posts pro Stunde – mit KI-gestützter Clusterung und automatisierten Frühwarnsignalen:

200.000+ Posts/Stunde werden analysiert

89 % der Nutzer arbeiten täglich mit der Plattform

38 % nutzen Insights für direkte Response-Entscheidungen

Das Entscheidende ist jedoch, dass die Technologie aus Millionen Datenpunkten die 5–10 wirklich relevanten Signale filtert. Ohne diese Intelligenz ertrinken die Teams schnell in einer Alert-Fatigue.

 

Was Sie jetzt tun können: 3 konkrete Schritte

 

1. Alert-Schwellenwerte prüfen und anpassen

Überwachen Sie Sentiment-Veränderungen statt nur Mention-Volumen. Eine 20-%ige Zunahme negativer Stimmung an einem ruhigen Tag ist relevanter als 500 Mentions bei einem Trend-Hashtag. Prüfen Sie auch, ob Sie Search Intelligence nutzen – steigendes Suchvolumen nach "[Ihre Marke] + Problem" ist oft das erste Warnsignal, bevor Social Media explodiert.

 

2. Eskalationsweg auf einer Seite dokumentieren

Schreiben Sie auf, wer bei welchem Signal kontaktiert wird und wer die Vollmacht hat, sofort zu handeln – ohne erst eine Führungsrunde einberufen zu müssen. Diese Information sollte um 23 Uhr nachts auf einen Blick abrufbar sein. Ein umfangreiches Krisenhandbuch im SharePoint hilft niemandem, wenn die Krise um 22:30 Uhr startet.

→ Wenn Sie perfekt auf die nächste Krise vorbereitet sein wollen, können Sie sich hier unser Whitepaper zur Krisenkommunikation downloaden. 

 

3. Eine Tabletop-Exercise durchführen

Nehmen Sie sich 2 Stunden, wählen Sie ein realistisches Szenario (Desinformationsangriff, virales Produkt-Problem, missverstandenes CEO-Statement) und spielen Sie die ersten kritischen Stunden durch. Wer macht was? Wer entscheidet? Wo sind die Lücken? Finden Sie diese Schwachstellen jetzt – nicht, wenn die echte Krise läuft. 

Christian Feucht (Cision, links) im Gespräch mit Markus Wanka (Bosch, rechts) darüber, wie Konzerne mit hunderten Produkten Search Intelligence nutzen, um White Spots zu erkennen: „Wir müssen erst verstehen, welche Fragen wirklich gestellt werden – dann können wir gezielt ansetzen."

3. Die Zukunft gehört denen, die früh verstehen 

Am Ende des Abends stand eine Erkenntnis im Raum: Die Veränderung ist nicht aufzuhalten. Aber sie ist gestaltbar. Verlage passen ihre Strategien an. PR-Teams entdecken, dass ihre Arbeit plötzlich wieder wertvoller wird als technische SEO-Tricks. Die Frage ist nicht: "Wird sich Search Intelligence durchsetzen?" Die Frage ist: "Wer nutzt sie zuerst – und verschafft sich damit Monate Vorsprung?" 

Die Herausforderungen, über die wir gesprochen haben – LLM-Monitoring, Sentiment-Shifts, Krisenprävention – sind komplex. Aber sie sind lösbar. 

 

Mit unserer Lösung Trajaan für Search Intelligence können Sie genau die Fragen beantworten, die im Raum standen: Wonach suchen Menschen wirklich, wenn es um Ihre Marke geht? Wie sprechen LLMs über Sie? Und welche Narrative entstehen gerade, bevor sie viral gehen? 

Trajaan zeigt Ihnen das weltweite Suchverhalten über Google, ChatGPT, TikTok, Amazon und Baidu in über 150 Ländern. Sie sehen, welche Quellen LLMs zitieren, erkennen Sentiment-Shifts in Echtzeit und bekommen Frühwarnsignale, bevor Krisen eskalieren.  

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