Zur Media Intelligence gehört auch Consumer Intelligence 

Weshalb die Veränderungen im Nachrichtenkonsum dazu führen, dass Kommunikationsabteilungen sich intensiver mit Consumer Intelligence auseinandersetzen sollten.   

 

Schon seit einigen Jahren stellt das Thema Daten und deren Analyse auch PR- und Kommunikationsabteilungen vor Herausforderungen. Allein, es mangelt vielen PR-Profis nach wie vor an der Kompetenz, sich damit über den bisherigen Rahmen auseinanderzusetzten. Vor allem der European Communication Monitor 2020 hat das verdeutlicht. So nannten Kommunikatoren die Auseinandersetzung mit der Geschwindigkeit und dem hohen Aufkommen an Informationen, sowie die Nutzung von Big Data und Algorithmen als zwei der fünf wichtigsten strategischen Prioritäten für das Kommunikationsmanagement bis 2023. Auch wurden von mehr als 87 Prozent soziale Netzwerke bzw. Plattformen als die aktuell und auch zukünftig wichtigsten Kommunikationskanäle genannt. Aber gerade bei den technologischen und Daten-bezogenen Kompetenzen sind sich die befragten Kommunikations-Profis darüber bewusst, dass es ihnen an diesen fehlt, gemessen an der Wichtigkeit, die sie ihnen zuordnen. 

 

 

Begleitend zum Text können Sie sich auch unsere Session zum Thema "Consumer Intelligence" vom Kommunikationkongress 2021 anschauen: 

 

 

 

European Communication Monitor 2020: Die wichtigsten strategischen Herausforderungen für das Kommunikationsmanagement bis 2023.

 

 

Die klassische Medienbeobachtung, die die Berichterstattung in den Medien und Beiträge von relevanten Influencern beobachtet und analysiert reicht nicht mehr aus, um sich ein Bild davon zu machen, wie die eigene Marke oder Produkte in der Öffentlichkeit wirken. Denn es sind eben nicht mehr nur die genannten Personenkreise, die einflussreich und reichweitenstark über Marken und Produkte diskutieren oder diese bewerten. Auch Verbraucher und Fans nutzen die ihnen zahlreich zur Verfügung stehenden Kanäle, wie soziale Medien und Communities, Bewertungsplattformen oder Foren, um sich mit anderen Personen über Themen, Marken und Produkte auszutauschen. 

 

Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine Veränderung in der Art und Weise, wie Menschen Nachrichten konsumieren, weg von den klassischen Medien, wie Print und TV, hin zu Online-Medien. Hierbei spielen vor allem News Aggregatoren und die sozialen Medien und Plattformen eine immer wichtigere Rolle. Schließlich muss man noch einen weiteren wichtigen Aspekt nennen, der das neue Konsumverhalten von Nachrichten bedingt: die über alle Generationen hinweg zunehmende Fokussierung auf das Smartphone als ständiger Begleiter. 

 

Der jüngste Digital News Report 2021 des Reuters Institute verdeutlicht diese Entwicklungen. Während Print als Nachrichtenquelle in Deutschland 2013 noch von 63 Prozent genannt wurden, sind es 2021 nur noch 26 Prozent. Einen geringeren Verlust verzeichnet das TV als Nachrichtenquelle, 2013 noch von 80 Prozent genannt, sind es 2021 69 Prozent. Im gleichen Zeitraum konnten sich Online-Medien von 66 auf 69 Prozent und Social Media von 18 auf 31 Prozent steigern. Das Smartphone hingegen ist das am meisten benutzte Gerät für den Nachrichtenkonsum. Das sind sicherlich Gründe dafür, dass nahezu jeder fünfte Nutzer Nachrichten per Social Media, Messaging Apps oder E-Mail mit seinen Kontakten oder Netzwerken teilt und auch kommentiert. Denn inzwischen gehören „Social Sharing“-Funktionalitäten zum Standard einer jeden Nachrichten-App. 

 

Genau hier setzt Social Listening an und die Beobachtung dessen, was Verbraucher und Fans zu Marken, Produkten und Trendthemen sagen. In diesem Rahmen wird Consumer Intelligence zu einer sinnvollen und auch notwendigen Ergänzung der klassischen Medienbeobachtung. Die dadurch gesammelten Daten ergeben einen umfassenden Überblick über die Markenreputation, über die Akzeptanz von Produkten durch Journalisten ebenso wie Verbraucher oder über Themen, die sich zu Trends oder Krisen entwickeln können. In jedem Fall können diese Erkenntnisse nicht nur für Kommunikationsabteilung von Interesse sein. In Form von Daten können Sie auch für andere Abteilungen wertvolle Einsichten liefern, von der Einkaufsabteilungen über die Produktentwicklung bis hin zum Vertrieb oder dem Kundenservice.    

 

Nicht immer haben Medien neue Trends als erstes im Blick und schenken diesen ausreichend Beachtung. Die Folge: stattfindende Gespräche in Foren und auf anderen Onlineplattformen werden von der Medienbeobachtung nicht oder nur ungenügend erfasst. Deshalb ist Consumer Intelligence eine sinnvolle Ergänzung für Media Intelligence und somit auch für PR- und Kommunikationsprofis wichtig.